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Ostharz

Motorradtouren im Ostharz

Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und fertige Tagesrunden – alles zum Fahren.

Touren aus dem M&R-Tourenportal

Von der Redaktion gefahren und dokumentiert – mit Karte und GPX-Track zum Nachfahren.

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Alle 47 Ostharz-Touren mit Karte und GPX-Track im Tourenportal von Motorrad & Reisen.Motorradtouren im Ostharz mit GPX-Tracks
Strecke

Strecken-Achsen und Bikertreffs im Ostharz

Motorrad in einer Gasse zwischen Fachwerkhäusern in Stolberg
Das Markenzeichen von Stolberg sind die Fachwerkhäuser im Renaissancestil

Der Ostharz ist die Sachsen-Anhalt-Seite des Gebirges – und für Kurvenfahrer aus Mitteldeutschland das nächste echte Revier. Hier zieht sich die B81 durch das tief eingeschnittene Bodetal, die Harzhochstraße B242 läuft über die Höhen Richtung Mansfeld, und im Selketal verbinden stille L-Straßen Quedlinburg mit Harzgerode und dem Südharz. Der Brocken (1141 m) ist der Fixpunkt am Horizont, die Brockenstraße ab Schierke jedoch dauerhaft für Kfz und Motorräder gesperrt – Nationalpark. Gefahren wird drumherum, und das auf einer Handvoll klarer Achsen.

Die Hauptachsen

Die B81 durchs Bodetal ist der Ostharz-Klassiker: von Thale über die Talsperre Wendefurth Richtung Hasselfelde, eng an die Bode gebaut, mit Abzweig zur Rappbodetalsperre. Direkt am Stausee liegen mit der höchsten Staumauer Deutschlands (106 m) und der Hängebrücke Titan RT (483 m) die meistbesuchten Fotostopps der Region. Die Harzhochstraße B242, historisch als Klausstraße eine uralte Handelsroute, zieht sich über die Höhen quer durch das Mittelgebirge bis nach Mansfeld – auf der Ostseite die luftige Verbindung über Hasselfelde und Allrode.

Im Süden liegt das Selketal: Die L-Straßen zwischen Gernrode, Alexisbad, Harzgerode und Güntersberge sind kurvig, ruhig und begleiten über weite Strecken die dampfbetriebene Selketalbahn. Rund um Stolberg und das Wippertal wird es im Südharz noch einsamer – kurvige Talstrecken mit wenig Verkehr, ideal für Werktage. Wer Geschichte mitnehmen will, koppelt die Welterbestädte Quedlinburg (rund 2100 Fachwerkhäuser, UNESCO seit 1994) und Wernigerode (Schloss über der Altstadt) an die Runde an. Als Krönung wartet im Süden der Kyffhäuser mit dem Denkmal und seiner kurvigen Auffahrt.

Bikertreffs im Überblick

  • Hexentanzplatz Thale – Plateau über dem Bodetal (rund 450 m), erreichbar per Seilbahn aus Thale; an guten Tagen Treffpunkt mit Blick ins Tal.
  • Rappbodetalsperre / Titan RT – an der B81 zwischen Wendefurth und Hasselfelde, großer Parkplatz an Staumauer und Hängebrücke; an Wochenenden gut besucht.
  • Alexisbad im Selketal – Kurort an der Kreuzung der L-Straßen durchs Selketal, Einkehr und Bahnhof der Selketalbahn.
  • Stolberg (Markt) – Fachwerkstadt im Südharz am Beginn der Deutschen Fachwerkstraße, lohnender Halt am Ende der kurvigen Anfahrt.
  • Schierke (Ortsrand) – Ausgangspunkt für die Brockenbahn und Endpunkt der Brockenstraße; Parken für die Wanderung oder Dampffahrt zum Gipfel.
Versorgung

Tankstellen & Versorgung unterwegs

Motorrad vor einer Schmalspur-Dampflok der Selketalbahn
Die Selketalbahn ist die älteste Schmalspurbahn im Harz

Der Ostharz wirkt auf der Karte kompakt, doch wer die kurvigen Tal- und Höhenstraßen abfährt, merkt: Die Tankstellen-Dichte folgt den größeren Orten, nicht den Höhen. In den Wäldern rund um Hasselfelde, im oberen Selketal und im Südharz wird es dünn. Mit etwas Vorausplanung ist das kein Problem – ein Tank, der noch halb voll ist, bevor es in die Höhe geht, erspart jede Sucherei.

Wo getankt wird: die Versorgungs-Anker

Die verlässlichen Tankpunkte liegen in den Rand- und Mittelorten der Sachsen-Anhalt-Seite. Im nördlichen Ostharz versorgen Wernigerode, Blankenburg (24-Stunden-Station an der Lerchenbreite) und Thale (24-Stunden-Station an der Neinstedter Straße) die Bodetal- und Talsperrenrunde. Quedlinburg (TOTAL an der Halberstädter Straße, rund um die Uhr) deckt das Selketal und die Welterbe-Runde ab. Im Südharz sind Harzgerode und Sangerhausen die zentralen Stützpunkte für die Stolberg- und Kyffhäuser-Touren.

Wo es dünn wird – Reichweite einplanen

Auf den schönsten Genuss-Strecken gibt es keine Zapfsäule: entlang der B81 im Bodetal zwischen Thale und Hasselfelde, im oberen Selketal zwischen Alexisbad und Güntersberge und auf den L-Straßen rund um Stolberg tankt man nicht zwischendurch. Auch in Schierke am Fuß der Brockenbahn steht keine günstig gelegene Tankstelle. Plant die Höhentouren so, dass ihr in Thale, Quedlinburg, Harzgerode oder Wernigerode vollmacht, bevor es in die einsamen Abschnitte geht.

Öffnungszeiten und der Sonntag

Sprit gibt es auch sonntags – getankt wird in Deutschland ohne Ladenschluss. Wer aber Verpflegung oder eine warme Mahlzeit braucht: Die Shops in den kleineren Südharz-Orten machen abends früher dicht, und am Sonntag ist außerhalb der Tankstellen-Shops kaum etwas geöffnet. Die 24-Stunden-Stationen in Thale, Blankenburg und Quedlinburg sichern die Versorgung auch nachts und in der Nebensaison.

Wo die Harzer Schmalspurbahn die Straße kreuzt

Der Ostharz teilt sich das Gelände mit den Harzer Schmalspurbahnen, dem meterspurigen Netz, auf dem im Regelbetrieb echte Dampfloks fahren. Für Motorradfahrer ist das keine reine Kulisse, sondern eine handfeste Straßensituation: An etlichen Stellen queren die Gleise die Fahrbahn. Im Selketal begleitet die Selketalbahn die Talstraßen zwischen Gernrode, Alexisbad, Silberhütte und Stiege und schneidet sie immer wieder; auf der Hochfläche kreuzt die Harzquerbahn rund um Hasselfelde, Stiege und die Eisfelder Talmühle.

Motorrad auf dem Weg zum hölzernen Ziegenkopfturm mit Berggasthof
Der Ziegenkopfturm bei Blankenburg mit dem angegliederten Berggasthof

Heikel ist der Belag im Übergang selbst. Die Rillenschienen liegen bündig im Asphalt, verlaufen oft schräg zur Fahrtrichtung und werden bei Nässe oder im Schatten spiegelglatt — genau dort, wo im engen Tal ohnehin lange Feuchte steht. Worauf am Bahnübergang zu achten ist:

  • Aufrecht queren: Über die Schienen möglichst gerade und mit wenig Schräglage rollen, nicht auf dem Metall bremsen oder beschleunigen.
  • Nässe und Schatten: Auf der schattigen Talseite bleiben die Rillen lange feucht und verlieren dann fast jeden Grip.
  • Vorrang der Bahn: Unbeschrankte Übergänge sind nur mit Andreaskreuz gesichert — der Zug hat Vorfahrt; an beschrankten kann das Warten auf einen Dampfzug etwas dauern.
  • Sicht: Der Qualm einer anfahrenden Lok kann den Übergang kurz einnebeln.

Wer den Fahrplan im Kopf hat, legt den Fotostopp gleich an einen Übergang: Die parallel dampfende Schmalspurlok ist eines der besten Motive der Region.

Natur

Die Rappbode-Talsperren von der Ostseite

Im Kern des Reviers liegt nicht eine einzelne Staumauer, sondern ein ganzes Talsperren-System. Die Rappbode-Talsperre ist der große Speicher, flussabwärts staut die Talsperre Wendefurth die Bode ein zweites Mal, dazu kommen mehrere Vorsperren im selben Einzugsgebiet. Zusammen bilden sie die größte zusammenhängende Stauseelandschaft des Harzes — und aus Fahrersicht einen kompakten Knoten, an dem sich mehrere gute Strecken treffen.

Der Zugang von Osten läuft über die B81: aus Thale und Blankenburg das Bodetal hinauf, über die Wendefurther Steige zur Mauer der Talsperre Wendefurth. Von dort zweigt die Verbindung an die eigentliche Rappbode-Mauer ab, über deren Krone die schmale L96 verläuft — eine der wenigen Stellen im Harz, an denen die Straße über ein Talsperren-Bauwerk hinwegführt. Genau hier hängen auch die Fußgänger-Hängebrücke und die Seilrutsche über dem Tal, entsprechend voll sind die Parkplätze an schönen Wochenenden.

Praktisch heißt das: die Talsperren früh am Tag mitnehmen, solange der Ausflugsverkehr noch dünn ist — und danach über Altenbrak oder Hasselfelde weiter ins ruhigere Hinterland fahren, statt im Rückstau an den Parkplätzen zu stehen.

Thale: Rosstrappe, Hexentanzplatz und wohin mit dem Motorrad

Über Thale stehen sich zwei Sagenfelsen gegenüber: die Rosstrappe auf der einen, der Hexentanzplatz auf der anderen Seite des Bodetals. Zu den eigentlichen Aussichtskanzeln über der Schlucht führt keine durchgehende Straße — hinauf geht es zu Fuß oder mit den beiden Seilbahnen aus dem Ort: einer Kabinenbahn auf den Hexentanzplatz und einem Sessellift zur Rosstrappe. Auch der Talboden dazwischen, die Bodeschlucht, ist ausschließlich für Wanderer passierbar.

Für die Planung bedeutet das eine bewusste Entkopplung von Fahren und Schauen: Das Motorrad bleibt am besten unten in Thale, an den Parkflächen bei den Talstationen; den Höhenmeter zur Kanzel übernimmt die Seilbahn. Zum Hexentanzplatz hinauf gibt es zwar zusätzlich eine kurvige Bergstraße mit Parkplatz und Blick ins Tal, doch an die Felskante und in die Schlucht kommt man auch von oben nur zu Fuß.

Der fahrerische Teil liegt drumherum — flussaufwärts über Altenbrak und Treseburg oder die Rampe hinauf nach Friedrichsbrunn. Sinnvoll ist, den Aussichts-Stopp als eigenen Programmpunkt zu setzen und ihn nicht mitten in die Kurvenetappe zu quetschen.

Fünf fertige Tagesrunden für eine Woche im Ostharz

Die folgenden fünf Rundkurse decken Bodetal, Selketal, Südharz und das Mansfelder Land ab. Alle sind geschlossene Schleifen und lassen sich von jedem zentral gelegenen Standort aus fahren – Wernigerode, Thale, Quedlinburg oder Harzgerode. Kilometer und Fahrzeit sind ohne Pausen gerechnet.
1

Bodetal-Talsperren-Runde

90 km 2:15 h

Start und Ziel Thale. Über die B81 durchs Bodetal an der Talsperre Wendefurth vorbei zur Rappbodetalsperre (mit 106 m höchste Staumauer Deutschlands, darüber die Hängebrücke Titan RT). Weiter über Hasselfelde und Allrode zurück nach Thale. In Thale die Sagenorte Rosstrappe und Hexentanzplatz. Höhepunkt: die Kurvenkombination der B81 entlang der Bode.

2

Selketal-Schleife über Alexisbad

85 km 2:00 h

Start Quedlinburg, über Gernrode ins Selketal nach Alexisbad und Harzgerode, weiter über Güntersberge und Stiege. Die stillen L-Straßen begleiten die Selketalbahn – mit etwas Glück dampft die Schmalspurlok parallel. Einkehr in Alexisbad oder Harzgerode. Rückweg über Ballenstedt mit Blick auf das Schloss.

3

Südharz-Loop über Stolberg

110 km 2:40 h

Start Harzgerode, über die Höhen Richtung Stolberg, der Fachwerkstadt und Thomas-Müntzer-Geburtsstadt am Beginn der Deutschen Fachwerkstraße. Weiter durch den Südharz Richtung Sangerhausen, dann zurück über Wippra und das Wippertal. Kurvige Talstrecken mit wenig Verkehr.

4

Welterbe-Runde Quedlinburg

95 km 2:20 h

Start Quedlinburg (rund 2100 Fachwerkhäuser, UNESCO seit 1994), über Thale und Blankenburg nach Wernigerode mit seinem Schloss über der Altstadt. Auf dem Rückweg ein Abstecher zur Teufelsmauer bei Weddersleben und nach Rübeland zu den Tropfsteinhöhlen. Trockenstopps für Schlechtwettertage inklusive.

5

Grand Tour Ostharz + Kyffhäuser

175 km 4:15 h

Tagestour quer über die Sachsen-Anhalt-Seite: Thale — Bodetal — Hasselfelde — Harzgerode — Stolberg — Südharz — und als Krönung der Kyffhäuser mit dem Kyffhäuserdenkmal und der kurvigen Auffahrt. Rückweg über das Mansfelder Land nach Quedlinburg. Wer mag, hängt das Bodetal mit Rosstrappe und Hexentanzplatz an.

GPX und Komoot:

Für die eigene Planung reichen die genannten Eckpunkte: In Komoot oder einem GPX-Planer werden Start, Zwischenstopps und Einkehr als Wegpunkte gesetzt, die Routenführung dazwischen übernehmen die B- und L-Straßen.

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